Bewegung
Mit jedem Schritt wurde Alltag wieder leichter und aktive Zeit selbstverständlicher.
Nicht der einfache Weg. Aber nach langer Vorbereitung und sorgfältiger Abwägung der richtige Weg für mich.
Wenn Menschen hören, dass ich einen Schlauchmagen habe, denken viele zuerst an den Tag der Operation. Tatsächlich begann mein Weg aber schon deutlich früher.
Anfang 2023 kam ich an einen Punkt, an dem ich mir eingestehen musste, dass sich etwas grundlegend verändern musste. Kurz darauf sprach ich offen mit meinem Hausarzt. Er gab mir eine Überweisung für das Adipositaszentrum – rückblickend der erste entscheidende Schritt.
„So kann es nicht weitergehen.“
Mit der Überweisung begann eine intensive Zeit. Im Adipositaszentrum wurde mir schnell klar, dass eine bariatrische Operation kein schneller Ausweg ist. Vor einem Eingriff stehen Gespräche, Untersuchungen und eine umfangreiche Vorbereitung.
Ich setzte mich mit meiner Ernährung, meinem Essverhalten und den unterschiedlichen Operationsverfahren auseinander. Dabei wurde mir bewusst: Eine Operation ist kein Wundermittel. Sie nimmt mir die Verantwortung nicht ab. Sie kann ein starkes Werkzeug sein – gehen muss ich den Weg trotzdem selbst.
Besonders gründlich beschäftigte ich mich mit der Frage, welches Verfahren zu meinem Leben passt. Zur Wahl standen vor allem Schlauchmagen und Magenbypass. Beide haben Vor- und Nachteile; eine allgemeingültig richtige Entscheidung gibt es nicht.
Für mich spielten mehrere persönliche Gründe eine Rolle. Einer davon war mein Beruf mit gelegentlichen Auslandseinsätzen. Ich wollte ein Verfahren, das sich möglichst gut mit meinem Alltag verbinden lässt.
Ein weiterer wichtiger Grund war die Darmkrebserkrankung meines Vaters. Für mich war es beruhigend, dass beim Schlauchmagen der natürliche Nahrungsweg erhalten bleibt und der verbliebene Magen weiterhin über den üblichen Weg endoskopisch erreichbar ist. Auch spätere Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen, etwa Magen- und Darmspiegelungen, sollten für mich möglichst unkompliziert planbar bleiben.
Nach vielen Gesprächen und sorgfältiger Abwägung entschied ich mich deshalb bewusst für den Schlauchmagen.
„Mir war wichtig, eine Entscheidung zu treffen, mit der ich auch in zehn oder zwanzig Jahren noch gut leben kann – nicht nur unmittelbar nach der Operation.“
Im November 2025 war es schließlich so weit. Trotz der langen Vorbereitung war ich aufgeregt. Eine Operation bleibt ein großer Schritt. Gleichzeitig war da Zuversicht, weil ich wusste, dass diese Entscheidung nicht aus einem spontanen Impuls entstanden war.
Nach der Operation begann die eigentliche Arbeit. Kleine Portionen wurden zur neuen Normalität. Ausreichend trinken, den Eiweißbedarf im Blick behalten, Nahrungsergänzung ernst nehmen und den eigenen Körper neu kennenlernen – vieles musste sich erst einspielen.
Die Operation war kein Endpunkt. Sie war der Start in einen Alltag, den ich Schritt für Schritt selbst gestalten musste.
Es gab Wochen mit deutlichen Veränderungen und Phasen, in denen die Waage fast stillstand. Gerade diese Plateaus waren manchmal frustrierend. Doch mein Weg besteht nicht nur aus einer Zahl.
Mit jedem Schritt wurde Alltag wieder leichter und aktive Zeit selbstverständlicher.
Standard, Latein und Discofox sind heute Bewegung, Ausgleich und gemeinsame Zeit.
Arbeit im Garten kostet weiterhin Kraft – aber sie fühlt sich wieder freier und leichter an.
Stillstände gehören dazu. Entscheidend ist die Entwicklung über Monate, nicht ein einzelner Tag.
Die Aufnahmen entstanden aus fast derselben Perspektive. Dadurch wird sichtbar, was sich Schritt für Schritt verändert hat – ohne Inszenierung und ohne künstlichen Vorher-nachher-Effekt.
Der Weg hatte längst begonnen, auch wenn der Eingriff noch Monate entfernt war.
Neue Routinen, kleine Portionen und viele Erfahrungen, die erst gelernt werden mussten.
Die Veränderung wurde sichtbarer – und im Alltag immer deutlicher spürbar.
Das Ziel ist noch nicht erreicht. Aber der zurückgelegte Weg ist nicht mehr zu übersehen.
Natürlich beobachte ich mein Gewicht. Doch entscheidender sind die Veränderungen, die keine Waage zeigt: mehr Beweglichkeit, mehr Energie, besser passende Kleidung und die Freiheit, wieder aktiver am Leben teilzunehmen.
Mein Weg ist noch nicht beendet. Er kennt Zweifel, Stillstände und Tage, an denen Geduld schwerfällt. Gerade deshalb gehört auch diese Seite zu meiner Homepage: nicht als perfekte Erfolgsgeschichte, sondern als ehrlicher Zwischenstand.
„Die Operation hat mein Leben nicht verändert. Sie hat mir die Möglichkeit gegeben, mein Leben selbst zu verändern.“
Diese Seite beschreibt ausschließlich meine eigenen Erfahrungen und Entscheidungen. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung. Welches Verfahren geeignet ist, muss immer individuell mit einem spezialisierten Behandlungsteam geklärt werden.